“got me a ticket and i wont be long”
―The Hives
grafixart.at“What a strange place to meet somebody” – “You are my Type” – “Yes. I’m so font of you” |
“got me a ticket and i wont be long”
―The Hives
Mit einer Explosion geht es los. Im wahrsten Sinne des Wortes. The Hives sind eine schwedische Punk’n'Roll-Bombe, Front-Großmaul Howlin’ Pelle Almqvist ist ihr Zünder: “Tick Tick Tick Tick Tick Tick Tick Boom” geht der Opener in die Luft und nimmt den Hörer mit. Fetzig, würde die Kollegin Kellner wohl sagen, obwohl das hier kaum korrekt scheint.
“Try It Again” mit seinem charmanten Schülerchor-Geshoute setzt dann tatsächlich die Füße in Bewegung. The Hives grooven? Hell yeah! Mit “You Got It All … Wrong” gewinnt das Album noch einmal an Geschwindigkeit. Die Rhythmussektion baut hier ein solides Fundament, so wie man es von Chris Dangerous und Dr. Matt Destruction gewohnt ist.
TRACKLISTE
1. Tick Tick Boom
2. Try It Again
3. You Got It All Wrong
4. Well All Right
5. Hey Little World
6. Stroll Through Hive Manor Corridor
7. Won’t Be Long
8. T.h.e.h.i.v.e.s.
9. Return The Favour
10.Giddy Up
11.Square One Here I Come
12.You Dress Up For Armageddon
13.Puppet On A String
14.Bigger Hole To Fill
Hier schleichen sich interessanterweise dezente Elemente von Americana ein, ohne dass jedoch der Song etwas von seiner Rockigkeit einbüßen würde. A propos Elemente. The Hives integrieren auf “The Black And White Album” mehr Einflüsse als je zuvor. So swingt “Well All Right!” mächtig schmutzig, und auch das langsame Break erinnert mit seinen Sixties-Beat-Anleihen an vergangene Zeiten.
Erklärt sich so auch der Titel? “The Black And White Album” als musikalische Hommage an die Helden von früher? “Hey Little World” ist leider kaum mehr als Hives-Durchschnittsware, doch dann gehts ab.
Die Hives laden auf einen Rundgang durch die heiligen Hallen des Hives-Anwesens ein. Eine Heimorgel, die einem schlechten Gruselfilm entliehen sein könnte, untermalt die Hausführung. Das leicht absurde Instrumental leitet die zweite, deutlich experimentellere Seite der großen Schwarz-Weißmalerei ein.
Da ist zuerst “Won’t Be Long” mit seiner Indierockgitarre, so weit, so Hives. Doch dann begrüßt uns Howlin’ Pelle mit einem sonoren “Welcome”, an seiner Seite eine etwas spröde Funkgitarre. “T.H.E.H.I.V.E.S.” ist das zweite von Pharell Williams produzierte Stück auf diesem Album.
Hörte man es “Well All Right!” noch nicht an, ist auf dieser Nummer der Einfluss des N.E.R.D.-Obermackers doch deutlich. Schmoove E-Piano-Akkorde mischen sich mit einem ziemlich weißen Funk. Wer sich einer Wertung enthalten möchte, findet den Track wohl höchstens interessant. Gewöhnungsbedürftig ist er auf jeden Fall.
Glücklicherweise kehr mit “Return The Favour” ein gutes Stück der alten Hives zurück. Mit der vom letzten Album schon bekannten Poppigkeit singt sich Almqvist durch eine verdammt catchy Hookline. Doch schon mit “Giddy Up!” wirds wieder ziemlich strange. Mit Cowboygeheule galoppieren die Fünf Schweden über einen äußerst holprigen Beat. So ungewöhnlich die Nummer, so schnell entwickelt sie einen ganz eigenen Charme. Auch wenn sie nicht gerade eingängig ist und sicher den ein oder anderen Fan der klassischen Hives verprellen wird.
In der Folge verlassen sich die Jungs aus Fagersta dann doch wieder auf althergebrachte Gitarrenmusik. Wobei “You Dress Up For Armageddon” einen geradezu hymnischen Refrain hat. Mit “Puppet On A String” covert das Quintett nicht etwa Sandie Shaw, nein, auch hier greifen sie wieder tief in die Freak-Kiste. In der Hauptsache von einem unsteten Klavier begleitet, arbeitet sich der Frontmann durch die Nummer. Ob das etwas für die hochoktanigen Liveshows der Schweden ist? Der letzte Track hinterlässt den Hörer noch mit etwas halbwegs Gewohntem.
Die Hives haben sich mit “The Black And White Album” – mit dem sie übrigens überhaupt nicht Schwarz-weiß malen – weiter den je von ihren Punk-Wurzeln entfernt. Sie versuchen den Spagat zwischen rockiger Poppigkeit und poppigem Experiment. Ob die Tatsache, dass diese Platte teilweise in den Südstaaten der USA aufgenommen wurde, mit dem Sound zu tun hat, ich weiß es nicht. Auch wenn die ein oder andere Nummer nicht sofort zündet, Respekt muss man ihnen für den Mut auf jeden Fall zollen.